Anatol Herzfeld, Düsseldorf

Quartier 16

Zwischen der Insel Hombroich und der Raketenstation Hombroich soll eine Plastik für die Gestaltung einer zu besiedelnden Landschaft entstehen. Die Landschaft liegt am Niederrhein. Sie ist eine von Moränen (letzte Eiszeit) geformte Ebene. Die Grösse der Landschaft beträgt 300 x 200 Meter. Ihre Form entspricht einem leicht verschobenen Rechteck. Idee: Im Alter von 14 bis 17 Jahren, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, war ich oft in einer Lebenslage, die das Aufsuchen von Wohn- und Lebensmöglichkeiten erforderte. Mit russischen Soldaten suchten wir leergebrannte Häuser, Bunkerhöhlen oder Erdlöcher auf. Dieses Suchen oder Anbieten von Wohnraum ist mein Grundgedanke.
Auf die Modellfläche habe ich 30 Stück kleine Farbflächen geworfen und somit die Baustellen der immer gleichgroßen Häuser festgelegt. Die Farben dieser Häuser sind gelb, grün, blau und rot. Die Räume der Häuser sind immer gleich groß. Der Innenraum dieser Plastiken darf und soll von den Bewohnern nach ihrer Lust und Freude gestaltet werden. Die Maße sind in einer beigefügten Zeichnung zu ersehen. Die Häuser dürfen Veränderungen erfahren, wenn diese durch Dach, Fenster, Türen und Notausgänge nötig werden. Sie sollten aber in treuer Haltung dem Entwurf angelehnt sein.
Durch den Zufall der Örtlichkeit der Häuser in der Landschaft ergibt sich für die Bewohner folgende Aufgabe. Bepflanzung der Landschaft nach jedem Wunsch ist willkommen. Zäune oder Abgrenzungen sind nicht gestattet. Kinder in der magischen Zeit ihres Lebens sollen keine Grenzen, Zäune und Gräben oder Kulturpalisaden vorfinden. Büsche, Hecken, wildes Gestrüpp und hergebrachte seltene Pflanzen sind erwünscht.
Alle sollen hier ein Zuhause haben. Für die Mitmenschen und Mitwelt ist hier die Pforte.

nach oben
  
leer leer leer