Katsuhito Nishikawa, Düsseldorf

Quartier 9

Der Raum in Hombroich ist friedlich. Die in Hombroich stehenden Kunstobjekte können spannend sein, oder auch abstoßend, oder auch anziehend, der Raum jedoch hat keine solchen Eigenschaften. Auch wenn der Raum unsere Aufmerksamkeit nicht unmittelbar auf sich lenkt, können wir uns seiner völlig bewußt sein, nicht zuletzt dann, wenn wir nicht mehr von den Kunstobjekten vereinnahmt sind. Reflektieren wir über den Raum in Hombroich, so spüren wir ein Gefühl der Ruhe, weil jeder Raum der Gleiche ist: der Raum um dich herum und der Raum um mich herum unterscheiden sich nicht. Ich kann nicht sagen: »Dieser Raum gehört mir« oder »Dieser Raum gehört dir«.

Der Raum ist stets gegenwärtig. Der Raum macht es uns möglich, zusammenzusein, innerhalb von Hombroich, in einem Raum, der durch Mauern eingegrenzt ist. Auch außerhalb von Hombroich besteht der Raum, er enthält das ganze Gebäude, die ganze Welt. Der Raum ist also in keiner Weise von Gegenständen begrenzt, er ist von nichts begrenzt. Zwar können wir den Raum in Hombroich als begrenzt ansehen, in Wirklichkeit ist er jedoch grenzenlos.

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